RSS
 

Posts Tagged ‘gin’

Citadelle Gin

31 Jan

Die Flut der Gins die auf den Markt drängen scheint nicht abzureißen… Nahezu wöchentlich erscheinen neue Produkte und selbst Sammler und Spirituosenliebhaber tun sich schwer hier den Überblick zu bewahren. Doch genauso laut wie viele Produkte auf dem Markt erscheinen, so leise verschwinden sie auch wieder. Nur wenige Gin-Marken haben es in den letzten Jahren geschafft sich nachhaltig zu etablieren und haben sich ihren festen Platz in den Backboards der international Top-Bars gesichert.

Eine dieser Marken ist der französische Citadelle Gin!

Hinter Citadelle Gin steht der französische Unternehmer und Master Blender Alexandre Gabriel, welcher sich auch für Cognac Pierre Ferrand und Plantation Rum verantwortlich zeichnet. Dieser schloss sich 1989 mit einer der eingesessensten Winzerfamilien der Cognac-Region zusammen um dem altehrwürdigen Château de Bonbonnet neues Leben einzuhauen und von diesem als Sitz des Unternehmens seine Produkte international zu vertreiben.

Eines der wichtigsten Produkte des Hauses ist dabei der Citadelle Gin, dessen aktuelles Rezept auf eine Rezeptur aus dem 18. Jahrhundert zurückgeht. Damals – genauer gesagt 1775 – verlieh nämlich König Louis XVI den Herren Stival und Carpeau das Recht die erste französische Gin-Destillerie in der alten Zitadelle von Dünkirchen zu eröffnen. Wichtig war Alexandre Gabriel von Anfang an, die althergebrachten und sehr traditionellen Destillationsmethoden der Region zu bewahren, weshalb für den Citadelle Gin dieselben Brennblasen wie bei der Cognac Produktion zum Einsatz kommen. Diese speziellen „Charentaiser Brennblasen“ fassen dabei nur ca. 200 Liter und werden durch offenes Feuer beheizt, was ein gewisses Feingefühl bei der Produktion erfordert. Read the rest of this entry »

 

Elg Gin – Ein Zaubertrank aus Dänemark ?

19 Jul

Liebe Drinkology Leser*innen,

Elg Premium Danish Gin No. 1Wacholder, Zitronenschalen, Pfeffer, Anis, Koriander, Gurke, Lavendel, Süßholz, Safran, Brombeeren, Himbeeren, Mandeln, Zimt, Zapfen und Muskatnuss……..

Diese Liste zuvervollständigen würde wohl den Rahmen dieses Blogeintrags sprengen und ohnehin nur Verwunderung bei Ihnen hinterlassen. Denn: Nein, hierbei handelt es sich nicht um eine Liste für mögliche Geschmäcker bei einer Weinverkostung und weder noch gibt es die Zutaten des Zaubertranks von Miraculix preis. Viel mehr geht es um die überwältigende Vielfalt, der bei Gin eingesetzten Botanicals.

Verglichen mit den anderen großen Klassikern der Spirituosenbranche, wie Rum, Whisky, Vodka, oder Cognac zeichnet Gin ein deutlich anderes Bild. Als Produzent steht man vor der durchaus schwierigen Kunst gleich mehrere Geschmäcker kunstvoll in Einklang zu bringen und entfernt man sich von der traditionellen Verwendung nur eines Rohproduktes. Sei an dieser Stelle Zuckerrohr, beziehungsweise die Melasse daraus, Getreide oder auch Trauben als Ausgangspunkt für die allermeisten Destillate erwähnt, bietet der Gin heute eine enorm variable Vielfalt und Individualität auf dem Markt.

Nicht zuletzt verursachte diese sehr feine Einstellungsmöglichkeit der Spirituose auch den Hype, der in den vergangenen Jahren um den Gin entstand. Persönliche Präferenzen können bestens ausgelebt und trotzdem in abwechslungsreicher Erscheinung genossen werden.

Betrachtet man dabei aber die Definition von Gin, als primär wacholderhaltiges Getränk, wird erst deutlich, dass die schiere Masse die eigentlichen Wurzeln des Mazerats stark verwaschen haben und die einst zentralen Geschmäcker immer weiter zurückweichen.

Elg Gin mit unverfälschtem Charakter

Um dem entgegen zu wirken besinnt man sich bei Elg Gin wieder auf den unverfälschten Charakter zurück, ohne es sich dabei zu einfach zu machen.
Mit gerade einmal 1250 Flaschen aus einem Batch der Stone Grange Craft Distillery, zeigt sich der Brennmeister Henrik Elsner durchaus bescheiden. In Zeiten von manchmal bis zu knapp 50 Botanicals vertraut er auf gerade einmal 3 und versteht es, trotzdem zu überraschen. Neben Wacholder und dem durchaus bekannten Koriander findet eine letzte Zutat ihren, mit Liebe eingebrachten Anklang im Gesamtbild – Karotte.
So unwirklich diese Komposition auch im ersten Moment klingen mag, so passend und durchaus sinnvoll ist das Gemüse in Zusammenkunft mit Alkohol. Eine dabei überaus Detail verliebte, aber auch wichtige Beobachtung stellt sich unter Berücksichtigung der biochemischen Zusammensetzung der Karotte ein. Als Wurzelgemüse verfügt es über einen auffällig hohen Anteil an Terpenen.

Terpene sind hoch aromatische, molekulare Verbindungen und ein immanenter Bestandteil von ätherischen Ölen. Damit wird nun schließlich auch klar, warum Elsner hier auf Karotten setzt.

Aus der Mazeration hinaus entfaltet sich ein unglaublich geschmackvoller Gin. Aber das ist jedoch nicht genug! Elg Gin sieht sich noch viel mehr in der Pflicht der traditions- und geschichtsträchtigen Wiederbelebung der alten Spirituose. Neben Elg Gin No.1 erhält man noch zwei weitere Gins. No.2 & No.3 stehen in der Destille demnach ebenso für Klassiker. Old Tom und Navy Strength sind zwei weitere Schlagwörter, die hier ihre Vergangenheit reminiszieren lassen und bei Elg Gin in wundervoll klarer Linie ans Licht treten.

Der No. 2 Old Tom wird beispielsweise mit einem Wacholderextrakt verschnitten und vereint so Aromen, die deutlicher bei keiner Destillation zu finden sein können. Zarte Süße und prägnanter Wacholder zeichnen den roten Faden ab. Bei dem No.3 Navy Strength setzte man auf die alte Alkoholmaßzahl Proof, ab welchem Gehalt Spirituosen allgemein in der Lage sind Feuer zu fangen und zu damaligen Zeiten so den Seemännern eine Notzündung von Schießpulver auch bei widrigen Bedingungen garantierte – 100 Proof. Dies entspricht einem vol. % Gehalt von genau 57,2 %.

Bei dieser kleinen Auswahl von gerade einmal 3 Gins spürt man als Verbraucher deutlich die Hingabe zu jeder einzelnen Flasche und kann einen wirklich einmalig klaren und dennoch überraschenden Gin verkosten. Fern von den Massen und der industriellen Großproduktion kommt man zu einer Spirituose, bei der man noch den Geist und die Liebe des Brennmeisters spüren kann.
Vielleicht hält man mit dem Elg Gin unter Umständen also doch einen Zaubertrank in den Händen…

Ihr

Drinkology Team

 
 

Blended Whiskies – besser als ihr Ruf

09 Apr

The Feathery Blended WhiskyLiebe Drinkology-Leser,

besucht man eine Bar oder hört sich auf einschlägigen Messen um, so hört man insbesondere in den letzten Jahren immer öfter, dass nur Single Malt Whisky der „wahre Whisky“ sei und einige Genießer lieber die Finger von Blended Whisky lassen.

Selbstverständlich kann jeder Genießer von feinen Spirituosen für sich selbst entscheiden, welche Produkte er gerne trinkt und welche nicht, wir möchten in diesem Blog-Beitrag jedoch gerne noch einmal die Vorzüge von Blended Whisky erklären und ihnen einige spannende Produkte aus dieser Kategorie vorstellen.

Das wichtigste vorweg: Was ist eigentlich ein Blended Whisky?

Per Definition ist ein Blended Whisky eine Bezeichnung für die Whiskies, welche nicht als einzelner Whiskytyp (also z.B. Single Malt Whisky in Schottland oder als Straight Whiskey in den USA), sondern als Mischung verschiedener Typen abgefüllt werden. In Schottland besteht der übliche Blended Whisky beispielsweise aus einer Mischung von Malt Whiskies und Grain Whiskies. Das Wort „Blend“ leitet sich dabei von dem altenglischen Wort „blanda“ und/oder dem Altnorwegischen „blanda“ ab und bedeutet übersetzte schlicht „mischen“.

In Schottland haben Blends eine zentrale Bedeutung und ca. 90 % aller verkauften Whiskyflaschen aus Schottland sind Blends. Die meisten Verbraucher – insbesondere die ältere Generation – erwarten sogar einen Blended Whisky, wenn sie nach einem Scotch verlangen. Der Marktanteil von Single Malt Whiskies ist erst in den letzten 10-20 Jahren gestiegen, da deren eigener, individueller Charakter vorher schlicht nicht gefragt war und der Konsument ein stets gleiches Geschmackserlebnis von der ihn bevorzugten Marke gefordert hat.

Der erste der auf die Idee kam Malt Whiskies und Grain Whiskies miteinander zu mischen um Geruch, Geschmack und Farbe seines Whiskies konsistent zu reproduzieren, war der Schotte Andrew Usher. Seinem Beispiel folgten weitere Unternehmer und in den folgenden Jahrzehnten entstanden erfolgreiche Marken wie Chivas, Ballantines, Walker oder Dewar. Read the rest of this entry »

 
 

Sherry: Die Fässer und der Fasshandel

13 Mrz

Glenfiddich Malt Master's Edition SherryLiebe Drinkology-Leser,

im ersten Artikel unserer kleinen Sherry-Reihe haben wir Sie in die Geschichte des Sherrys eingeführt und auf die bereits seit rund 3000 Jahren bestehenden Tradition des Weinbaus in der Region um Jerez de la Frontera hingewiesen.

Auf einen Punkt sind wir dabei allerdings nicht eingegangen: Die Aufbewahrung und Lagerung der Sherrys. Die für diesen Zweck genutzten Behältnisse haben sich nämlich im Laufe der Zeit verändert und den Stil und Geschmack der heutigen Sherrys wesentlich geprägt. Während in den ersten ca. 2000 Jahren Keramikbehälter wie Krüge oder Amphoren zu Aufbewahrung genutzt wurden, werden ungefähr seit dem Mittelalter Fässer aus Holz genutzt. Diese hatten den großen Vorteil, dass sie sich verhältnismäßig leicht in der Größe anpassen ließen und somit individuell auf das Raumangebot in den Kellern der jeweiligen Bodegas anpassen ließen. Holz war zudem leichter, bruchsicherer und günstiger als Keramik. Neben den genannten Vorteilen, war der eigentlich Meilenstein durch die Verwendung von Holzfässern jedoch, dass sich Struktur und Eigenschaften der Weine durch die Lagerung in Holz veränderte, da dieses sauerstoffdurchlässig und der Wein geschmackliche Merkmale des verwendeten Holzes annimmt. Read the rest of this entry »

 

Sherry: Die verschiedenen Sherry-Typen

26 Feb

PX Sherry Don Guido

Liebe Drinkology-Leser,

vor zwei Wochen haben wir Sie an dieser Stelle mit auf eine kleine Reise durch die Geschichte des Sherrys genommen. Heute möchten wir etwas tiefer in die spannende Materie des Sherrys eindringen und uns mit der Vielfalt der verschiedenen Sherry-Typen befassen.

Soviel vorweg: Es gibt sehr viele verschiedene Sherry-Stile, die von zahlreichen Faktoren wie etwa dem Standort der Bodega abhängen.

Grundsätzlich sind die meisten Sherrys trocken. Um die hierzulande beliebten halbtrockenen oder süßen Sherrys zu erhalten, werden diesen dann geringe Menge an Süßwein oder -most hinzugefügt. Es gibt jedoch auch andere Wege Süße in den Sherry zu bringen, weshalb wir die verschiedenen Sherry-Typen übersichtshalber in die Kategorien „Trockene Sherrys“, „Halbtrockene Sherrys“ und „Süße Sherrys“ unterteilen möchten.

Trockene Sherrys

Fino

Der wohl bekannteste Sherry-Typ ist der hellgelbe, trockene Fino Sherry. Fino Sherry reift für mind. drei Jahre nach dem Solera-Verfahren und unter einer dicken Florschicht wodurch er sein typisches dezentes Mandelaroma erhält. Den Fino Sherry gibt es in den Varianten: Dry, Very Dry und Very Pale Dry. Read the rest of this entry »

 
 

Sherry: Die Geschichte des Sherry

12 Feb
Sherry

Sherry

Liebe Drinkology Leser,

es gibt viele Themen über die wir auf diesem Blog schon berichtet haben: Single Malt Whisky, Irish Whiskey, American Whiskey, Rum, Gin und Wodka.

Ein Thema ist bisher allerdings relativ kurz gekommen: Sherry!

Dabei ist Sherry wohl einer der berühmtesten und vielseitigsten Weine der Welt, weshalb wir diesen in den kommenden Artikeln näher betrachten möchten. Während wir uns bei diesem Blog-Eintrag mit der Geschichte des Sherrys beschäftigen, werden wir im zweiwöchigen Abstand Artikel zu den verschiedenen Typen des Sherrys sowie Sherryfässern und den Handel mit diesen veröffentlichen.

Bevor wir in die spannende Geschichte des Sherrys einsteigen, möchten wir jedoch noch einmal kurz festhalten, was Sherry eigentlich ist.

Sherry ist ein Wein. Genauer gesagt ein gespriteter Wein. Gespriteter Wein ist auch als Südwein bzw. Likörwein bekannt und beschreibt eine Weinkategorie, bei der der Gärprozess des Weins durch die Zugabe von hochprozentigem Alkohol gestoppt wird. Auf diese Weise entstehen entsprechend alkoholstarke Weine, die oft über eine Restsüße verfügen. Read the rest of this entry »

 
 

Kimerud Norway Craft Distilled Gin

15 Jan
Kimerud Norway Craft Distilled Gin

Kimerud Norway Craft Distilled Gin

Als grüne Lunge zwischen Oslo und Drammen – so wird die Region Lier bezeichnet, welche westlich von Oslo liegt.

Lier ist insbesondere für seine fruchtbaren Böden und einer daraus resultierenden großen Vielfalt in der Landwirtschaft bekannt, welche größtenteils auf die Frucht- und Gemüsezucht ausgerichtet ist. Eine der zahlreichen landwirtschaftlichen Betriebe in der Region ist die Kimerud Farm, welche bereits seit dem Jahr 1785 verschiedene landwirtschaftliche Produkte anbaut und bis zum heutigen Tage familiengeführt ist.

Im Jahr 2007 wurde schließlich eine Destillerie auf der Farm errichtet, da man erkannte, dass man durch den Eigenanbau verschiedener für Spirituosen benötigten Rohstoffe die idealen Voraussetzungen zum Betreiben einer eigenen kleinen Spirituosen besaß. Da man sich das Ziel gesetzt hatte von Anfang an nur möglichst perfekte Produkte auf den Markt zu bringen wurde über mehrere Jahre an der Rezeptur für den Kimerud Norway Craft Distilled Gin gearbeitet um die ideale Balance zwischen Süße, Bitterkeit und dem natürlichen Geschmack der verwendeten Botanicals zu erzielen. Die für den Kimerud Norway Craft Distilled Gin verwendeten Kräuter und Beeren werden alle nach den Richtlinien der ökologischen Landwirtschaft kultiviert und per Hand geerntet und selektiert.

Der Kimerud Norway Craft Distilled Gin ist dabei u.a. wegen seinem Alkoholgehalt von 47 % vol. kraftvoll aber gleichzeitig sehr balanciert. Er wird insgesamt 5-fach destilliert und mit 22 verschiedenen Kräutern, Gewürzen und Beeren – den sogenannten Botanicals – hergestellt. Das wohl außergewöhnlichste der verwendeten Botanicals ist der Rosenwurz (Rhodiola rosea), welcher zu der Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae) zählt. Rosenwurz wird schon lange Zeit als alternatives Heilmittel benutzt und dem aus ihm hergestellten Wurzelextrakt wird nachgesagt Konzentration, Erinnerungsvermögen und Aufnahmevermögen steigern und sogar bei Potenzstörungen zu helfen. Weitere verwendete Botanicals sind neben Wachholder noch Koriander, Zitronenschale, Walnuss, Angelikawurzel, Ingwer und Orangenschale. Read the rest of this entry »