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Ratgeber

Die Cocktailschale
das elegante Cocktailglas, für nostalgische Vintage-Atmosphäre

Von Marie Antoinette bis zur Cocktail-Renaissance - Die Geschichte der Cocktailschale

Die Cocktailschale, auch als Coupette oder Coupe, französisch Schale, bekannt, resultiert aus dem anno 1650 entstandenen runden Glas mit langem Stiel, dem sogenannten Coupe, aus dem man damals Champagner trank. Der Form dieses Glases wird nachgesagt, dass sie der linken Brust der französischen Monarchin Marie Antoinette, die allerdings erst im Jahre 1755 geboren wurde, nachempfunden worden ist. Besonders beliebt waren die Champagnerschalen Anfang des 20. Jahrhundert bis in die Zeit der amerikanischen Prohibition, um aus ihnen nicht nur Champagner, sondern auch Shortdrinks zu trinken.

Aufgrund der Tatsache, dass der Champagner in den Coupe-Gläsern sehr schnell die gesamte Kohlensäure verlor, wurde das Getränk künftig in Champagnerflöten serviert. Die Folge war, dass die Champagnerschalen aus den Regalen verschwanden und erst wieder mit der Cocktail-Renaissance als Cocktailschale im neuen Jahrtausend zurückkehrten. In den 1960er und 1970er Jahren kredenzte man die Cocktails in Cocktailschalen, die über einen langen Stiel, der nach oben hin in einer breiten Schale mit rundlichen oder schräg verlaufenden Wänden endete, verfügten.

Trinkt man aus einer solchen Cocktailschale einen passenden Cocktail, wird man die nostalgische Vintage-Atmosphäre der damaligen Zeit auch noch heute schnell spüren. Weitere Informationen über Cocktailschalen, die zur Kategorie der Cocktailgläser gehören, kann man dem nachfolgenden Text entnehmen.

Cocktailschalen – Form, Größe und Eigenschaften

Obwohl die Cocktailschalen in ihren Proportionen, gewölbte Schale mit Stiel, den Champagnerschalen sehr ähnlich sind, haben sie meist nur ein Fassungsvermögen von 100 Millilitern und ein Volumen bis zum Rand von maximal 200 Millilitern. Es gibt sogar noch kleinere Varianten, die besonders in den 1950er Jahren sehr beliebt waren. In der Regel werden meistens Shortdrinks als klassische Cocktails in Cocktailschalen ohne Eis und Trinkhalm, also „straight up“ serviert. Die bekanntesten Cocktailschalen sind: das Coupette Glas, das Martiniglas, das Margaritaglas und Nick and Nora Glas.

Das Coupette Glas – das edle, stilvolle Cocktailglas

Die Coupette hat die klassische Form einer Cocktailschale, allerdings sind unter ihnen sowohl schlichte, als auch mit Gravierungen und eingeschliffenen Feinheiten zu finden. Charakteristisch für eine Coupette ist ein Standfuß, auf dem sich ein Stiel befindet, der in eine bauchige Schale mit großer Öffnung mündet. Dank der oben befindlichen breiten Öffnung werden die einzelnen Aromen offenherzig freigesetzt, die beim Trinken des Cocktails nicht nur vereinzelte, sondern alle Geschmackszonen der Zunge erreichen. Das ermöglicht das Genießen des Zusammenspiels aller Geschmacksnoten und Aromen. Der lange Stiel verhindert das Erwärmen des Getränkes von der Hand und sorgt so dafür, dass es länger kühl bleibt.

Aufgrund der Tatsache, dass die Coupette meist ein geringes Füllvolumen von 100 Millilitern beziehungsweise 200 Millilitern bis zum Rand aufweist, werden in diesen Cocktailschalen überwiegend Shortdrinks ohne Eiswürfel serviert. Daher sind die Coupette grundsätzlich vor dem Einschenken zu kühlen. Ansonsten wird von Barkeepern empfohlen, den Cocktail, der in einer Coupette serviert wird, schnell auszutrinken. Doch für welche Shortdrinks benutzt man eine Coupette? Beispielsweise:

Manhattan Cocktail – ein klassischer Aperitif

Für den Manhattan Cocktail benötigt man folgende Zutaten:
• 5 cl Rye Whisky
• 2 cl roten Wermut
• einen Spritzer Angostura Bitter
• Eiswürfel und
• eine Cocktailkirsche für die Garnitur.

Zubereitung:
Um einen Manhattan Cocktail zuzubereiten, sind alle Zutaten in ein mit Eiswürfeln gefülltes Mischglas zu geben und gut umzurühren. Anschließend ist das Getränk in ein gekühltes Coupette Glas abzuseihen. Nun noch die Kirsch dazu und dem Servieren steht nichts mehr im Wege.

Das Martiniglas – das elegante, zeitlose Cocktailglas

Das Martiniglas, auch als V-Shape oder Spitzglas bekannt, könnte man als Ikone unter den Cocktailschalen bezeichnen. Seine Berühmtheit hat das Glas mit seinen in gerader Linie schräg aufsteigenden Wänden nicht zuletzt der Filmfigur James Bond zu verdanken. Dieses Glas ist, wie die Coupette auch, mit einem Standfuß und Stiel versehen, verfügt aber über keine Schale, sondern ist mit einem v-förmigen Kelch ausgestattet. Dieser Kelch, der an eine umgedrehte Pyramide erinnert und über ein Gesamtvolumen zwischen 150 und 200 Milliliter verfügt, verleiht dem Glas für Martini seinen besonderen Charakter. Schon die Verarbeitung des zerbrechlichen, filigranen Glases mit Stiel und sein feiner Schliff verheißen ein elegantes, leichtes „Drink“-Erlebnis. Meist werden in diesem Glas nicht nur der klassische Dry Martini Cocktail, sondern auch viele andere beliebte Gin-Cocktails kredenzt.

Der Dry Martini Cocktail – der Klassiker aus Gin und trockenem Wermut

Dry Martini ist einer der beliebtesten Martini-Cocktails. Für ihn benötigt man die Zutaten:
• 5 cl Gin
• 7 -10 cl Martini Extra Dry
• eine Handvoll Crushed Ice
• einen Spritzer Zitrone zum Verfeinern und
• 1-3 Oliven für die Dekoration.

Zubereitung:
Die Zubereitung ist sehr einfach. Alle Zutaten sind in einen Shaker zu geben, zu schütteln und in ein gekühltes Glas für Martini abzuseihen. Den letzten Schliff verleiht ihm die Dekoration mit Oliven, die auf einem Häppchenspieß angeordnet wurden.

Das Margaritaglas – das neckisch, geschwungene Cocktailglas

Das Margaritaglas gehört zu den Cocktailgläsern, die ihren Namen nach dem in ihm servierten berühmten Cocktail, nämlich dem Margarita-Cocktail, erhalten haben. Ihre Form ähnelt zwar die der Cocktailschale, allerdings weist das Glas für den Margarita im Kelch zwei Ebenen auf. Das heißt, es gibt eine tiefere Ebene, die sich am Boden des Kelches befindet sowie eine weitere Ebene zur Trinköffnung hin, die breiter und ausladender ist. Optisch wirken diese Cocktailschalen sehr elegant und lassen den Genuss des Margaritas zu einem unvergleichbaren Erlebnis werden. Das Fassungsvermögen des geschwungenen Glases liegt zwischen sechs bis zehn Zentiliter. Groß genug, um neben der Margarita mit stilechtem Salzrand auch Cocktails, wie den White Dragon zu genießen.

Der White Dragon – der Margarita-ähnliche Cocktail mit einem ganz eigenen Aroma

Auch der White Dragon ist, wie die Margarita auch, ein Tequila Cocktail und hat, was die Zutaten angeht, sehr viel Ähnlichkeit mit der klassischen Margarita. Allerdings befindet sich unter den Zutaten für den White Dragon ein Eiweiß, das für eine eigene Aromatik und eine gewisse Schaumigkeit des Tequila Cocktails sorgt.
Zutaten:
• 3 1/2 cl Tequila, beispielsweise El Jimador Tequila Blanco
• 2 cl Cointreau
• 3 cl Zitronensaft
• eine Orangenzeste und
• ein Eiweiß (Bio).

Zunächst sind alle Zutaten, bis auf die Orangenzeste, in einen Shaker zu geben, der danach mit Eiswürfeln aufgefüllt wird. Nach dem dieser kräftig geschüttelt wurde, ist der Drink in eine vorgekühlte Margarita-Cocktailschale abzuseihen. Nun noch mit der Orangenzeste dekorieren und der White Dragon ist servierfertig und kann genossen werden.

Die Nick and Nora Cocktailschale – ein eleganter Klassiker mit Geschichte

Ihren Namen verdankt die Cocktailschale „Nick and Nora“ den beiden Leinwanddetektiven Nick und Nora Charles, die in den 1930er Jahren in berühmten Filmen, wie den Thriller „Der dünne Mann“, nicht nur Kriminalfälle lösten, sondern auch viele Martinis aus einem Cocktailglas, das einen kleinen Kelch hatte, tranken. Dieses Glas erlangte dadurch enorme Popularität, was dazu führte, dass die Cocktails in diesem Glas mit kleinem Kelch, das man Nick and Nora nannte, serviert wurden. Auch heute ist das Nick and Nora Cocktailglas als Retro-Accessoire in den Bars anzutreffen. Dank der Form dieses Glases muss man nicht einmal den Kopf nach hinten neigen, um einen Schluck zu nehmen. Das Getränk wird perfekt zum Mund geleitet. Das Nick and Nora hat ein Volumen von 160 bis zu 170 Millilitern und ist für klassische Cocktails, wie den Bronx Cocktail aus dem oben genannten Film, optimal.

Der Bronx Martini Cocktail – der milde Aperitif

Der Bronx Martini ist nach dem New Yorker Stadtteil Bronx benannt. Bei diesem Cocktail handelt es sich um einen trockenen, jedoch milden Shortdrink, der als Aperitif besonders beliebt ist. Für diejenigen, denen der klassische Martini zu trocken oder herb ist, ist der Bronx, für den sowohl roter als auch weißer Wermut sowie Orangensaft verwendet wird, eine einzigartige Alternative. Für den Bronx Martini wird benötigt:

• 4 cl Gin
• je 2 cl roter und trockener weißer Wermut (Martini)
• 2 cl Orangensaft
• eine Orangenzeste und
• Eiswürfel.

Wie jede andere Martini-Cocktail-Variante auch, wird der Bronx Martine gerührt. Dazu werden die Zutaten Gin, roter und weißer Wermut sowie der Orangensaft in das Rührgefäß gegeben und mit den Eiswürfeln aufgefüllt. Nun wird mithilfe eines Rührlöffels kräftig gerührt. Anschließend wird der Bronx Martini Cocktail durch ein Barsieb in das vorgekühlte Glas gegossen und mit der Orangenzeste oder einer Orangenscheibe dekoriert.

Cocktailschalen – die Materialien

Für die Herstellung von Cocktailschalen wird meist klares Pressglas oder Kristallglas verwendet. Aber auch aus SAN-Kunststoff produzierte Cocktailschalen sind erhältlich. Jedes dieser Materialien bringt sowohl Vor-, als auch Nachteile mit sich und ist für den individuellen Einsatzzweck besser oder schlechter geeignet.

Normalglas – Pressglas

Das Normalglas (Press- oder auch Klarglas) ist das Material, das am geläufigsten verwendet wird. Cocktailschalen aus diesem Glas werden meist industriell hergestellt, was sich im Preis niederschlägt. Ansonsten sind sie recht robust verarbeitet, weisen eine porenfreie Oberfläche auf, die mit Gravierungen und Feinschliffen versehen werden kann. Cocktailschalen aus Klarglas können sogar bei maximal 55 Grad Celsius in der Spülmaschine gereinigt werden.

Vorteile:
• widerstandsfähig und elastisch
• einfach in der Pflege
• preisgünstig

Nachteile:
• weniger Glanz und
• weniger transparent als Kristallglas

Kristallglas

Cocktailschalen, die aus Kristallglas produziert wurden, sind dank der Zugabe von Metalloxiden gegenüber den aus Klarglas hergestellten Modellen sehr viel härter. Das farblose Kristallglas ist hochrein und hat einen sehr schönen Glanz. Aufgrund seiner erhöhten Lichtbrechung haben Cocktailschalen aus Kristallglas ein exklusives Erscheinungsbild. Oftmals sind sie mit einem Schliff oder einer Gravur versehen, was besonders edel wirkt. Vor allem die mundgeblasenen und von Meisterhand geschliffenen Cocktailgläser haben ein unübertreffliches Funkeln und sind auf jeder Tafel und bei besonderen Anlässen ein Hingucker. Kristallglas-Cocktailgläser sollten jedoch, da sie doch wesentlich empfindlicher als ihre Pendants aus Klarglas sind, per Hand und auf keinen Fall in der Spülmaschine gereinigt werden.

Vorteile:
• Qualität und Glasdichte sind höher als bei Klarglas
• Hochwertigkeit in der Optik
• Farbe des Getränkes kommt sehr gut zur Geltung

Nachteile:
• Pflege ist aufwendiger als bei Klarglas

SAN-Kunststoff

Styrol-Acrylnitril-Copolymere (SAN) Kunststoff ist ein besonders festes und gegen Chemikalien resistentes Material. Cocktailschalen aus Kunststoff sind nicht nur glasklar, sie sind leicht, lebensmittelecht, robust und können wieder verwendet werden. Da sie spülmaschinengeeignet sind, ist die Reinigung sehr einfach. Von den Glasmodellen sind Kunststoff-Cocktailschalen optisch kaum zu unterscheiden. Aufgrund der Tatsache, dass diese Gläser unzerbrechlich sind, sind sie für Street Food-Bars, Spa-Bereiche, Open Air Festivals und Zeltfeste sowie für Gartenpartys optimal.

Vorteile:
• bruchfest
• leicht

Nachteile:
• qualitativ nicht so hochwertig wie Klar- oder Kristallglas

Kurzes Fazit

Ganz gleich, ob man auf einer Feier oder einem Fest seine Gäste mit einem Dry Martini, einer Margarita oder einem Manhatten verwöhnen möchte, einen stilgerechten Genuss erreicht man nur, wenn man die Cocktails in den passenden Cocktailschalen serviert. Die Auswahl der entsprechenden Gläser sollte jedoch nicht nur zum Cocktail, sondern auch zum Wohnstil passen. So sind verspielte Cocktailschalen mit feinen Gravuren im gemütlichen Landhausstil mit warmen Farben und natürlichen Materialien völlig richtig. Im klassischen Wohnstil mit einem zeitlosen Design und Eleganz kommen opulent wirkende, geschliffene Kristall- oder Bleikristall-Cocktailschalen besonders gut zur Geltung. Cocktailschalen mit einem schlichten Design und klaren Linien passen zu einem modernen Wohnstil. Letztendlich spielt aber der persönliche Geschmack beim Kauf von Cocktailschalen ebenso eine Rolle, wie das Getränk, das man daraus genießen möchte.