RSS
 

Posts Tagged ‘drinkology’

Deutscher Kornbrand

13 Apr
Das Korn - Alter Deutscher Weinbrand

Das Korn – Alter Deutscher Weinbrand

Liebe Drinkology-Leser,

an welche Spirituose denken Sie, wenn Sie an einen klaren Brand aus Getreide denken? Die meisten Menschen, werden diese Frage wohl mit Wodka beantworten und dies ist auch verständlich, denn dieses häufig aus Russland oder Polen stammende Destillat, ist die meistverkaufte weiße Spirituose in Deutschland.

Neben Wodka ist hierzulande aber noch eine weitere klare Spirituose sehr beliebt: Der Kornbrand!

Kornbrand, welche in Abhängigkeit vom Alkoholgehalt auch als Korn bezeichnet, hat in Deutschland eine lange Tradition. Für die Herstellung von Kornbrand sind Roggen, Weizen, Gerste, Hafer sowie Buchweizen zulässig und seine erste schriftliche Erwähnung datiert auf das Jahr 1507. Die Stadt Nordhausen verfassten in diesem Jahr einen Beschluss, in welcher die zukünftige Besteuerung von Korn festgelegt war. Noch im 16. Jahrhundert entwickelte sich das Brennen von Korn zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor, was allerdings nicht jedem schmeckte. Insbesondere die Bierbrauer setzten sich gegen die Kornbrand-Konkurrenz zur Wehr, da sich hierdurch das Getreide verteuerte. Read the rest of this entry »

 
 

The Bitter Truth – Bogart’s Bitters

01 Mrz

The Bitter Truth – Bogart’s Bitters

Mit Bogart’s Bitters hat die Münchner Firma „The Bitter Truth“ den ältesten bekannten Cocktail Bitter der Welt neu aufgelegt. Die Herausforderungen dahinter waren gewaltig, denn neben dem Inhalt galt es auch die Flasche in ihrer ursprünglichen Form zu reproduzieren. In unserem heutigen Blogartikel möchten wir uns daher der Geschichte der Firma „The Bitter Truth“ sowie der Entwicklung der Bogart’s Bitters widmen.

Die Geschichte von The Bitter Truth

Neben der Gruppe der Cocktails gibt es eine Vielzahl von anderen Getränkekategorien wie etwa Fizzes, Sours, Punches oder Toddies. Was die Cocktails ursprünglich von den anderen Getränken unterschied war die Zugabe einer ganz gewissen Zutat: Cocktail Bitters. Ein Cocktailbitter ist eine alkoholische Würzzutat mit einem mehr oder weniger stark ausgeprägten bitteren und sehr intensiven Geschmack, welche in der Regeln nur tropfenweise oder als Dash (Spritzer) verwendet wird.

Vor der Prohibition war die Verwendung von Cocktail Bitters gang und gebe, deren Einsetzen brachte jedoch einen massiven Umbruch der Trinkgewohnheiten der Konsumenten mit sich und Cocktail Bitters gerieten nahezu in Vergessenheit. Read the rest of this entry »

 
 

Citadelle Gin

31 Jan

Die Flut der Gins die auf den Markt drängen scheint nicht abzureißen… Nahezu wöchentlich erscheinen neue Produkte und selbst Sammler und Spirituosenliebhaber tun sich schwer hier den Überblick zu bewahren. Doch genauso laut wie viele Produkte auf dem Markt erscheinen, so leise verschwinden sie auch wieder. Nur wenige Gin-Marken haben es in den letzten Jahren geschafft sich nachhaltig zu etablieren und haben sich ihren festen Platz in den Backboards der international Top-Bars gesichert.

Eine dieser Marken ist der französische Citadelle Gin!

Hinter Citadelle Gin steht der französische Unternehmer und Master Blender Alexandre Gabriel, welcher sich auch für Cognac Pierre Ferrand und Plantation Rum verantwortlich zeichnet. Dieser schloss sich 1989 mit einer der eingesessensten Winzerfamilien der Cognac-Region zusammen um dem altehrwürdigen Château de Bonbonnet neues Leben einzuhauen und von diesem als Sitz des Unternehmens seine Produkte international zu vertreiben.

Eines der wichtigsten Produkte des Hauses ist dabei der Citadelle Gin, dessen aktuelles Rezept auf eine Rezeptur aus dem 18. Jahrhundert zurückgeht. Damals – genauer gesagt 1775 – verlieh nämlich König Louis XVI den Herren Stival und Carpeau das Recht die erste französische Gin-Destillerie in der alten Zitadelle von Dünkirchen zu eröffnen. Wichtig war Alexandre Gabriel von Anfang an, die althergebrachten und sehr traditionellen Destillationsmethoden der Region zu bewahren, weshalb für den Citadelle Gin dieselben Brennblasen wie bei der Cognac Produktion zum Einsatz kommen. Diese speziellen „Charentaiser Brennblasen“ fassen dabei nur ca. 200 Liter und werden durch offenes Feuer beheizt, was ein gewisses Feingefühl bei der Produktion erfordert. Read the rest of this entry »

 

Elg Gin – Ein Zaubertrank aus Dänemark ?

19 Jul

Liebe Drinkology Leser*innen,

Elg Premium Danish Gin No. 1Wacholder, Zitronenschalen, Pfeffer, Anis, Koriander, Gurke, Lavendel, Süßholz, Safran, Brombeeren, Himbeeren, Mandeln, Zimt, Zapfen und Muskatnuss……..

Diese Liste zuvervollständigen würde wohl den Rahmen dieses Blogeintrags sprengen und ohnehin nur Verwunderung bei Ihnen hinterlassen. Denn: Nein, hierbei handelt es sich nicht um eine Liste für mögliche Geschmäcker bei einer Weinverkostung und weder noch gibt es die Zutaten des Zaubertranks von Miraculix preis. Viel mehr geht es um die überwältigende Vielfalt, der bei Gin eingesetzten Botanicals.

Verglichen mit den anderen großen Klassikern der Spirituosenbranche, wie Rum, Whisky, Vodka, oder Cognac zeichnet Gin ein deutlich anderes Bild. Als Produzent steht man vor der durchaus schwierigen Kunst gleich mehrere Geschmäcker kunstvoll in Einklang zu bringen und entfernt man sich von der traditionellen Verwendung nur eines Rohproduktes. Sei an dieser Stelle Zuckerrohr, beziehungsweise die Melasse daraus, Getreide oder auch Trauben als Ausgangspunkt für die allermeisten Destillate erwähnt, bietet der Gin heute eine enorm variable Vielfalt und Individualität auf dem Markt.

Nicht zuletzt verursachte diese sehr feine Einstellungsmöglichkeit der Spirituose auch den Hype, der in den vergangenen Jahren um den Gin entstand. Persönliche Präferenzen können bestens ausgelebt und trotzdem in abwechslungsreicher Erscheinung genossen werden.

Betrachtet man dabei aber die Definition von Gin, als primär wacholderhaltiges Getränk, wird erst deutlich, dass die schiere Masse die eigentlichen Wurzeln des Mazerats stark verwaschen haben und die einst zentralen Geschmäcker immer weiter zurückweichen.

Elg Gin mit unverfälschtem Charakter

Um dem entgegen zu wirken besinnt man sich bei Elg Gin wieder auf den unverfälschten Charakter zurück, ohne es sich dabei zu einfach zu machen.
Mit gerade einmal 1250 Flaschen aus einem Batch der Stone Grange Craft Distillery, zeigt sich der Brennmeister Henrik Elsner durchaus bescheiden. In Zeiten von manchmal bis zu knapp 50 Botanicals vertraut er auf gerade einmal 3 und versteht es, trotzdem zu überraschen. Neben Wacholder und dem durchaus bekannten Koriander findet eine letzte Zutat ihren, mit Liebe eingebrachten Anklang im Gesamtbild – Karotte.
So unwirklich diese Komposition auch im ersten Moment klingen mag, so passend und durchaus sinnvoll ist das Gemüse in Zusammenkunft mit Alkohol. Eine dabei überaus Detail verliebte, aber auch wichtige Beobachtung stellt sich unter Berücksichtigung der biochemischen Zusammensetzung der Karotte ein. Als Wurzelgemüse verfügt es über einen auffällig hohen Anteil an Terpenen.

Terpene sind hoch aromatische, molekulare Verbindungen und ein immanenter Bestandteil von ätherischen Ölen. Damit wird nun schließlich auch klar, warum Elsner hier auf Karotten setzt.

Aus der Mazeration hinaus entfaltet sich ein unglaublich geschmackvoller Gin. Aber das ist jedoch nicht genug! Elg Gin sieht sich noch viel mehr in der Pflicht der traditions- und geschichtsträchtigen Wiederbelebung der alten Spirituose. Neben Elg Gin No.1 erhält man noch zwei weitere Gins. No.2 & No.3 stehen in der Destille demnach ebenso für Klassiker. Old Tom und Navy Strength sind zwei weitere Schlagwörter, die hier ihre Vergangenheit reminiszieren lassen und bei Elg Gin in wundervoll klarer Linie ans Licht treten.

Der No. 2 Old Tom wird beispielsweise mit einem Wacholderextrakt verschnitten und vereint so Aromen, die deutlicher bei keiner Destillation zu finden sein können. Zarte Süße und prägnanter Wacholder zeichnen den roten Faden ab. Bei dem No.3 Navy Strength setzte man auf die alte Alkoholmaßzahl Proof, ab welchem Gehalt Spirituosen allgemein in der Lage sind Feuer zu fangen und zu damaligen Zeiten so den Seemännern eine Notzündung von Schießpulver auch bei widrigen Bedingungen garantierte – 100 Proof. Dies entspricht einem vol. % Gehalt von genau 57,2 %.

Bei dieser kleinen Auswahl von gerade einmal 3 Gins spürt man als Verbraucher deutlich die Hingabe zu jeder einzelnen Flasche und kann einen wirklich einmalig klaren und dennoch überraschenden Gin verkosten. Fern von den Massen und der industriellen Großproduktion kommt man zu einer Spirituose, bei der man noch den Geist und die Liebe des Brennmeisters spüren kann.
Vielleicht hält man mit dem Elg Gin unter Umständen also doch einen Zaubertrank in den Händen…

Ihr

Drinkology Team

 
 

Proof of Rum ? ‚Overproof Rum‘

16 Jun

Lieber Drinkology Leser,

denkt man an Rum, wird sich in einem jeden Geiste ein Bild von gesetzlosen Piraten, skrupellosen Banditen und der Seefahrt in tropischen Gewässern vor Augen bilden. Hinter all solchen Mythen und Geschichten verbirgt sich jedoch auch manchmal buchstäblich ein Funken Wahrheit. Auf eben diesem Funken beruht auch die Entstehungsgeschichte von dem Begriff „Overproof“.
Als heute veraltete Maßeinheit, diente damals „proof“ als Angabe für den Alkoholgehalt von Destillaten. Das englische Wort „proof“ steht dabei für etwas wie: „Nachweis; Korrektur; Beleg“ und entspricht damit im britischen Raum tatsächlich dem Alkoholgehalt, ab dem Schießpulver, das mit einer solchen Flüssigkeit getränkt wurde in blauer Flamme brennt. Der Umrechnungsfaktor wurde im Hoheitsgebiet mit 4 : 7 festgelegt, sodass 100 ° Proof 57 vol. % Alkohol entsprechen. Im amerikanischen Raum hingegen beträgt das Verhältnis 1 : 2.
Betrachtet man nun das Wort „Overproof“, wird hinlänglich bekannt sein, dass es die Steigerung zu dem festgelegten Alkoholgehalt definiert und somit für Destillate steht, die beispielsweise bei Rum weiter über seiner gesetzlich vorgeschriebenen Mindestalkoholgrenze von 37,5 vol. % liegen.

Um zu verstehen, wie ein solch hoher Gehalt erreicht wird, sind Grundkenntnisse der Herstellung maßgebend.
Ein Höchstgehalt von Alkohol wird in der Industrie nur durch perfektioniertes, mehrmaliges Destillieren erreicht. Dieser Zielsetzung folgenden Brennerei für Spirituosen allerdings nicht. Trotzdem werden hier nach einer einmaligen Destillation auch schon prozentuale Anteile von gut 80 % erreicht, die dabei noch einen aller größten Teil von Aromastoffen des Grundproduktes enthalten, welche beispielsweise durch eine mehrmalige Destillation verloren gehen würden.

Wie allerdings bekannt sein dürfte, sind solche hohen Konzentrationen für die Zunge nicht wirklich schmackhaft, weswegen man das herrschende bittre und brandige Milieu mit Wasser zu einer geschmacksfördernden Trinkstärke herab setzt und so schließlich den letzten Anpassungsschritt vor einer eventuellen Lagerung nach persönlicher Handschrift vornimmt.

Bei diesem Schritt darf man sich aber nicht fehlleiten lassen. Das Destillat selbst wird zwar mit Wasser auf verträglichere Trinkstärken herab gesetzt, verwässert dabei aber keines Falls. Viel mehr öffnen sich ganz neue, vorher verborgene Welten, je niedriger der Gehalt.

Dem ganzen entgegen wirkt die geschmackstragende Eigenschaft von Alkohol, wodurch sich damit ein Overproof mit einer Varianz um 60 vol. % als, zusätzlich zu dem damaligen Seefahrernutzen, auch noch besonderes Geschmackserlebnis etabliert hat.
Aus diesen Gründen ergibt sich auch gleichzeitig der Haupteinsatzzweck von Overproof. Wenn auch der Eigengeschmack eines jeden Destillats mit höherer Trinkstärke durchaus überraschende, neue Einblicke gewährt, gilt ein Gehalt von circa 60 vol. % als doch ein eher nur für Fortgeschrittene geeigneter Begleiter für einen Abend. Vielmehr bietet sich daher die Kunst des professionellen Verschneidend mehrerer Inhaltsstoffe, kürzer das Cocktail-Mixen an.
Der erhöhte Alkohol unterstreicht und fördert einzelne Geschmacksakzente im Gesamtbild des Drinks, lässt die Spirituose dabei aber nicht klanglos untergehen.
Es ergibt sich ein, durch breit aufgestellte Verwendungsmöglichkeiten sehr besonderes Produkt, das heute zu mehr in der Lage ist, als nur als Notzündemittel verwendet zu werden.
Also haben Sie keine Angst wenn Ihnen ein modernes Relikt aus den alten Piratenzeiten begegnet, sondern lass Sie sich von einem gänzlich neuen Eindruck, fern von der Norm überraschen – vielleicht springt der Funke auch auf Sie über.

Ihr Drinkology Team

 

Rum und Sherry

26 Apr
Dos Maderas Tasting Set 5 + 5

Dos Maderas Tasting Set 5 + 5

Liebe Drinkology-Leser,

in den letzten Wochen haben wir Sie auf unserem Blog ausführlich über das spannende Thema Sherry (Die Geschichte des Sherrys, Die verschiedenen Sherry-Typen, Die Fässer und der Fasshandel) informiert. Heute möchten wir das Thema Sherry erneut aufgreifen und in Verbindung mit einer aktuell sehr beliebten Spirituosen bringen: Rum!

Zwar haben Sherry als gespriteter Wein und Rum als Spirituose auf der Basis von Zuckerohrmelasse bzw. Zuckerrohrsaft auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam, doch die Gemeinsamkeiten dieser beiden alkoholischen Produkte sind stärker als man denkt.

Sowohl Rum als auch Sherry haben als geschichtliche Gemeinsamkeit, dass sie eng mit der Seefahrt verbunden sind. Während der Grundwein für Sherry einst mit Alkohol aufgespritet wurde, damit er für den langen Seetransport haltbar gemacht werden konnte, wurde Rum an Bord der Schiffe mitgeführt um das Trinkwasser steril zu halten und natürlich auch um als Genussmittel von den Matrosen konsumiert zu werden. Read the rest of this entry »

 

Blended Whiskies – besser als ihr Ruf

09 Apr

The Feathery Blended WhiskyLiebe Drinkology-Leser,

besucht man eine Bar oder hört sich auf einschlägigen Messen um, so hört man insbesondere in den letzten Jahren immer öfter, dass nur Single Malt Whisky der „wahre Whisky“ sei und einige Genießer lieber die Finger von Blended Whisky lassen.

Selbstverständlich kann jeder Genießer von feinen Spirituosen für sich selbst entscheiden, welche Produkte er gerne trinkt und welche nicht, wir möchten in diesem Blog-Beitrag jedoch gerne noch einmal die Vorzüge von Blended Whisky erklären und ihnen einige spannende Produkte aus dieser Kategorie vorstellen.

Das wichtigste vorweg: Was ist eigentlich ein Blended Whisky?

Per Definition ist ein Blended Whisky eine Bezeichnung für die Whiskies, welche nicht als einzelner Whiskytyp (also z.B. Single Malt Whisky in Schottland oder als Straight Whiskey in den USA), sondern als Mischung verschiedener Typen abgefüllt werden. In Schottland besteht der übliche Blended Whisky beispielsweise aus einer Mischung von Malt Whiskies und Grain Whiskies. Das Wort „Blend“ leitet sich dabei von dem altenglischen Wort „blanda“ und/oder dem Altnorwegischen „blanda“ ab und bedeutet übersetzte schlicht „mischen“.

In Schottland haben Blends eine zentrale Bedeutung und ca. 90 % aller verkauften Whiskyflaschen aus Schottland sind Blends. Die meisten Verbraucher – insbesondere die ältere Generation – erwarten sogar einen Blended Whisky, wenn sie nach einem Scotch verlangen. Der Marktanteil von Single Malt Whiskies ist erst in den letzten 10-20 Jahren gestiegen, da deren eigener, individueller Charakter vorher schlicht nicht gefragt war und der Konsument ein stets gleiches Geschmackserlebnis von der ihn bevorzugten Marke gefordert hat.

Der erste der auf die Idee kam Malt Whiskies und Grain Whiskies miteinander zu mischen um Geruch, Geschmack und Farbe seines Whiskies konsistent zu reproduzieren, war der Schotte Andrew Usher. Seinem Beispiel folgten weitere Unternehmer und in den folgenden Jahrzehnten entstanden erfolgreiche Marken wie Chivas, Ballantines, Walker oder Dewar. Read the rest of this entry »