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Archive for the ‘Spirituosen’ Category

Pisco – Traubenbrand aus Südamerika

17 Feb

Pisco gilt als die Nationalspirituose Chiles und Perus und ist Basis des weltberühmten Pisco Sour Cocktail. In dieser, in Deutschland leider unterschätzten, Spirituose steckt ein gewaltiges Potential. Ein guter Grund also sich etwas näher mit dem Destillat zu befassen.

Was liegt der Ursprung des Pisco? Jedem Whisky Freund ist bekannt, dass sich Irland und Schottland seit jeher streiten wo der erste Whisky produziert wurde. Ganz ähnlich sieht es zwischen Chile und Peru aus, die beide das ausschließliche Recht beanspruchen, ein Getränk namens Pisco herzustellen. Dieser Streit ist seit langer Zeit Gegenstand gerichtlicher Auseinandersetzungen und konnte noch nicht geklärt werden. Fest steht jedoch, dass die erste schriftliche Erwähnung des Pisco ca. 400 Jahre zurückliegt und damals der überwiegende Teil der Traubenbrandproduktion Südamerikas von der Hafenstadt Pisco aus nach Europa verschifft wurde. Vermutlich war die Aufschrift „de Piscu“ auf den Transportfässern auch namensgebend für den Weinbrand.  Durch den andauernden Streit der beiden Länder herrscht mittlerweile ein gegenseitiges Importverbot.

Wie wird Pisco hergestellt?

Entgegen der landläufigen Meinung darf Pisco, nicht aus Traubentrester, sondern nur aus dem frisch fermentierten Most der vollen Frucht gebrannt werden. Da sich die Herstellung von Pisco in Chile und Peru unterscheidet, sollen hier beide Länder getrennt betrachtet werden.

Chile Peru
  • Es werden nur aromatische Traubensorten gebrannt, wobei Moscatel den Hauptteil ausmacht. Außerdem wird noch die aus Spanien bekannte Rebsorte Pedro Ximénez verarbeitet.
  • Die Trauben dürfen durch industrielle Pressen abgepresst werden.
  • Die Zugabe von Zuchthefen und Schwefel ist erlaubt. Dadurch ist der Herstellungsprozess besser kontrollierbar.
  • Die Destillation erfolgt im Rektifikationsverfahren in Destillierkolonnen.
  • Die Piscos dürfen mit Wasser auf Trinkstärke herabgesetzt werden.
  • Der Pisco reift für 4-12 Monate in Holzfässern (meistens amerikanische Eiche). Chilenischer Pisco kann durch das Fass braun gefärbt werden.
  • Chilenischer Pisco wird anhand seiner Alkoholstärke in verschiedenen Typen eingeteilt:
  1. Regular 30 – 35% vol.
  2. SPECIAL 35 – 40% vol.
  3. RESERVE 40 – 43% vol.
  4. GRAND 43% vol. und höher

 

  • Es dürfen nur die aromatischen Trauben: Italia, Torontel, Moscatel, Albilla und die nicht-aromatischen Trauben: Quebrante, Negra Criolla, Mollar, Uvina für die Produktion verwendet werden.
  • Die Pressung der Trauben muss manuell erfolgen. Die Trauben werden hierzu meistens zerstampft bzw. mit einer mechanischen Presse zerdrückt.
  • Dem Most dürfen keine Hefen zugesetzt werden. Die Vergärung erfolgt ausschließlich durch natürliche Hefen. Außerdem ist die Zugabe von Schwefel verboten.
  • Die Destillation erfolgt diskontinuierlich in kupfernen pot stills.
  • Peruanische Piscos dürfen nicht auf Trinkstärke herabgesetzt werden. Die Kunst des Brennmeisters besteht darin, den Vorgang bei der gewünschten Alkoholkonzentration zu stoppen.
  • Peruanischer Pisco reift nicht in Holzfässern. Nach einer sechsmonatigen Lagerung in Edelstahltanks wird er gefiltert und abgefüllt. Er ist daher immer klar.
  • Peruanischer Pisco wird in drei wesentliche Typen eingeteilt:
  1. Pisco Puro – Dieser darf nur sortenrein aus einer Traubensorte hergestellt werden.
  2. Acholado – Ist ein Blend, wobei entweder die Traubenmaische vor der Destillation, oder das Destillat danach gemischt wird.
  3. Mosto Verde – Destillation von frischem Most, bei dem die Gärung unterbrochen wurde, womit ein Restzuckergehalt in der Destillationsvorlage verbleibt.

Der Pisco Sour

Pisco steht weltweit wie keine andere Spirituose für einen Cocktail – Pisco Sour. Dieser wurde 1921 von dem Bartender Victor V. Morris in Lima/Peru erfunden. Es verwundert nicht, dass auch die Zubereitung des Cocktails in Chile und Peru variiert. Der chilenische Pisco Sour orientiert sich an dem beispielgebenden Whiskey Sour und wird nur aus Pisco, frisch gepressten Zitronensaft und Zuckersirup hergestellt. Der peruanische Pisco Sour wird zusätzlich mit Eiweiß und Aromatic Bitters verfeinert.

Pisco Sour (peruanisch)

5 cl peruanischer Pisco

1,5 cl Zitronensaft

1,5 cl Zuckersirup

1 Eiweiß

2 Spritzer Aromatic Bitters

Alle Zutaten (ohne Bitters) kräftig auf Eis shaken und in ein kleines Glas

abseihen. Die Bitters auf den Drink träufeln.


Pisco Sour (chilenisch)

5 cl chilenischer Pisco

1,5 cl Zitronensaft

1,5 cl Zuckersirup

Alle Zutaten kräftig auf Eis shaken und in ein kleines Glas abseihen.

 
 

Buffalo Trace – White Dog / Moonshine

10 Feb

Früher als noch Millionen amerikanische Bisons (englisch buffalo) durch die Steppen Nordamerikas zogen, hinterließen die gewaltigen Herden Trampelpfade in der Wildnis, die auch von den damaligen Pionieren genutzt wurde.  Einer dieser Trampelpfade wurde „The Great Buffalo Trace” genannt und führte westwärts bis zum Kentucky River.

Eine kleine Gruppe von Siedlern, unter ihnen Hankock Lee, folgte der Spur bis zum Kentucky River und gründete dort 1773 eine kleine Siedlung, die das heutige Frankfort (Kentucky) darstellt. Schnell merkte Lee, dass fruchtbares Ackerland und kristallklares Quellwasser im Überfluss vorhanden war und begann mit der Produktion von Bourbon Whiskey.

Die Qualität des Whiskeys sprach sich schnell herum und so wurde 1857 die damals modernste Destillerie Amerikas errichtet. Sie arbeitete als erste mit Dampfkraft und führte 1886 die ersten klimatisierten Lagerhäuser des Landes ein. Durch die Temperaturregelung konnte der Alterungsprozess kontrolliert beeinflusst werden und die Destillerie genoss schnell den Ruf als bester Bourbon Produzent der USA.

Während der Prohibition durfte die Destillerie, zusammen mit drei weiteren, weiterhin Alkohol für medizinische Zwecke produzieren und sicherte so ihr Überleben. Die Tradition konnte also fortgeführt wurden und die Destillerie produziert heute erfolgreicher denn je. Die Destillerie erhielt erst 2000 den Namen Buffalo Trace und sorgte damals mit der Einführung eines Rye Whiskeys der 1981 destilliert wurde für Furore. Von diesem gesuchten Sammlerobjekt wurden damals 3600 Flaschen mit 55% vol. auf den Markt gebracht. Die Buffalo Trace Distillery ist im Besitz der Sazerac Company und produziert neben Buffalo Trace Bourbon auch die berühmten Whiskey Marken: Sazerac, George T. Stagg und Blantons.

Buffalo Trace White Dog Mash #1

Eine spannende Abfüllung der Buffalo Trace Distillerys ist der White Dog Mash #1. White Dog ist das amerikanische Äquivalent  zu dem schottischen Begriff new make bzw. new spirit. Dabei handelt es sich um eine frisch destillierte Spirituose, die noch nicht im Fass gereift ist. Durch die fehlende Fassreife wirkt der Brand etwas bissig, ist jedoch schon erstaunlich komplex und gefällig. Obwohl White Dog von legalen Brennereien als Begriff verwendet wird, gilt es in den USA auch als Synonym für moonshine, also schwarzgebrannten Whiskey.

Moonshine

Das moonshining hat in den USA eine lange Tradition. Es beschreibt generell jede illegal gebrannte Spirituose  und wurde früher häufig im Schutz der Dunkelheit durchgeführt, woher sich auch der Name ableitet. Dabei wurden meistens kleine und bewegliche Destillierapparate verwendet, die häufig selbst produziert wurden und dementsprechend simpel  anmuteten. Durch fehlende Lagermöglichkeiten wurde der moonshine-Whiskey damals ungereift verkauft. Neben hohen Methanolgehalten besteht bei schwarzgebrannten Whiskey auch die Gefahr, dass minderwertige Kühler benutzt wurden und das Produkt mit Kühlflüssigkeit kontaminiert wurde.

 
 

TerrePURE® – Oder Spirituosen in der Zeitmaschine

03 Feb

Seit kurzem sorgt in der Spirituosenindustrie das TerrePURE®-Verfahren für Furore. Dabei handelt es sich um ein technologisches Verfahren zur Geschmacksverbesserung von jungen Destillaten. Genauer gesagt soll mittels Ultraschall-Behandlung der Reifeprozess von mehreren Jahren auf wenige Stunden verkürzt werden, um frisch destillierten Alkoholika ihre alkoholische Schärfe zu nehmen.

Ein paar chemische Grundlagen…

Um die Funktionsweise von TerrePURE® zu verstehen, müssen wir uns ein wenig mit der Chemie hinter der Alkoholerstellung beschäftigen.
Wie bekannt ist, entstehen während der Destillation auch einige unerwünschte Stoffe die den Geschmack des Endprodukts negativ beeinflussen. Dabei handelt es sich größtenteils um Kongenere, also chemische Verbindungen mit der gleichen Grundstruktur des Ethanols. Dies sind überwiegend Methanol, n-Propanol und Isobutanol. Ziel der Spirituosenindustrie ist es natürlich diese unerwünschten Stoffe möglichst gering zu halten. Dabei haben sich im Laufe der Geschichte mehrere geeignete Verfahren herauskristallisiert.

1.      Die mehrfache Destillation

Bei der Destillation beruht die Trennwirkung auf der unterschiedlichen Zusammensetzung der siedenden Flüssigkeit und des gasförmigen Dampfes. So besitzt Ethanol einen niedrigeren Siedepunkt als Wasser und kann deshalb konzentriert werden. Bei der Destillation werden allerdings immer auch höhersiedende Komponenten „mitgezogen“. So hat ein Destillat nach der ersten Destillation etwa einen Alkoholgehalt von 35% vol. und nach dem zweiten Durchgang ca. 85% vol.. Die Reinheit des Produktes wird also durch eine mehrfache Destillation gesteigert. n-Propanol und Isobutanol besitzen einen höheren Siedepunkt als Ethanol und so sinkt ihr Anteil bei mehrfacher Destillation ebenfalls. Neben den Fuselalkoholen werden allerdings auch wichtige Aromastoffe herausgetrennt, weshalb z.B. eine 10fache Destillation einem Obstbrand jegliche Seele rauben würde. Gerade im Bereich der Ultra-Premium Vodkas ist dieses Verfahren allerdings erwünscht, da den jungen Produkten ihre Fuselalkohole entzogen werden und viele der Mode unterworfenen Konsumenten nicht auf der Suche nach reichhaltigen Geschmacksstoffen sind.

2.      Die Filtration

Bei der Filtration wird versucht, Moleküle mit einer längeren Kettenlänge als Ethanol zu entfernen. Dabei wird häufig Holzkohle oder Aktivkohle eingesetzt um Moleküle einer bestimmten Länge zu binden. Da die Kettenlänge vieler Fuselalkohlen länger ist als die C2-Struktur des Ethanols kann hier aktiv angegriffen werden. Das Problem bei der Filtration ist jedoch, dass die molekularen Wechselwirkungen zwischen dem Filtermedium und den unerwünschten Stoffen eher schwach ist und diese oft „mitgespült“ werden.

3.      Die Fassreife

Die Reifung im Fass ist die effektivste Methode um den Geschmack eines Produktes zu verbessern. Da ein Fass nie zu 100% luftdicht ist, kann Sauerstoff aus der Umgebung eindringen und mit den verschiedenen Inhaltsstoffen des Destillates reagieren. So oxidiert z.B. Isopropanol mit organischen Säuren zu aromatischen Estern. Die entstehenden Ester können vielfältig sein und beispielsweise nach Apfel oder Banane riechen.

Die Funktionsweise von TerrePURE®

Sowohl die mehrfache Destillation, die Filtration als auch die Fassreife haben einen Nachteil – Sie kosten Zeit und Geld. Genau an diesem Punkt setzt TerrePURE® an. Mittels Ultraschall-Energie wird der Oxidationsprozess der Fuselstoffe enorm beschleunigt und so können größere Mengen Fuselalkohole innerhalb von 24 Std. umgeestert werden. Gerade bei Produkte wie Vodka, die meistens jung getrunken werden, kann hier also ohne großen Aufwand für ein harmonischeres Geschmacksbild gesorgt werden. Das Verfahren kann natürlich auch in Verbindung mit einer mehrfachen Destillation und/oder Filtrierung eingesetzt werden um den Reinheitsgrad weiter zu erhöhen. Zusätzlich werden durch die Ultraschall-Behandlung freie Radikale entfernt, die sonst erst im Laufe der Jahre abreagieren würden.

In folgendem Werbe-Video erklärt ein Mitgründer der Firma kurz und knapp die Vorteile und Funktionsweise des Verfahrens.

A Brief Overview of the TerrePURE® Process from Daniel Hewlette on Vimeo.

Sicherlich ist die Kostenersparnis bei der Produktion ein großer Pluspunkt des Systems. Man darf allerdings nicht vergessen, dass gerade durch die Fasslagerung viele zusätzliche Aromen des Holzes in das Produkt übergehen. Gerade bei ausgekohlten Fässern in der Whisk(e)y-Industrie kann dies oft ausschlaggebend für den endgültigen Geschmack des Produktes sein. Ferner sehen wir ein Problem darin, dass die Alkoholproduktion durch dieses Verfahren unnötig beschleunigt wird. Nicht erst seit Einführung der Zwangsdestillation (1982) und der daraus folgenden Dringlichkeitsdestillation (1998) für den Überschuss der Weinproduktion herrscht in Europa eine Überproduktion an Alkohol. Auch in allen anderen Regionen der Welt ist mehr als genügend Ausgangsmaterial für die Produktion von Alkohol vorhanden. Dadurch findet sich jedes Jahr für viele Millionen hl Alkohol keine nützliche Verwendung und der Überschuss wird verworfen. Eine Ressourcenverschwendung die unserer Meinung nach unnötig ist.

Und sind wir doch mal ehrlich: Brauchen wir nach Fast Food nun auch noch Fast Beverages?

 
 

Wermut und/oder Vermouth

27 Jan

Wermut (international auch Vermouth) ist ein mit Kräutern gewürzter, gespriteter Wein der in verschiedenen Stilen hergestellt wird. Bereits die Griechen würzten ihre Weine mit Kräuterzusätzen wie beispielsweise Wermut (artemisia absinthium). Dem bitteren Wermutkraut wurden heilende Kräfte bei Magenbeschwerden zugesprochen und er wurde daher als Medizinalwein eingesetzt.

Nach den Griechen bereiteten auch die Römer verschiedene Würzweine zu, die zugesetzten Kräuter dienten damals aber eher zur Überdeckung der minderen Weinqualität. Es sollte jedoch noch bis ins 16. Jahrhundert dauern, bis der Piemontese d’Alessio den französischen Hof mit einem Medizinalwein namens „Wermuth“ versorgte und dem Wermut damit zum Durchbruch verhalf.

Der Wermut verbreitete sich in ganz Europa und wurde ab dem 18. Jahrhundert im großen Stil produziert. Die großen Firmen siedelten sich damals entlang der Alpen an, da nur hier die benötigten Kräuter in ausreichender Qualität und Quantität bezogen werden konnten. Zu Hochzeiten der Cocktail-Ära in den 1920er Jahren wurde der Wermut dann endgültig als Genussmittel etabliert.

Bedingt durch die hohe Absatzmenge wurden viele Wermute über die Jahre an den Massengeschmack angepasst und verloren viel ihrer ehemaligen Individualität. Der klassische Stil des Wermuts war eher trocken, mit einer ausgeprägten Bitternote und lässt sich heutzutage nur noch in wenigen Produkten wie z.B. dem Punt e Mes finden.

Grundsätzlich wird der moderne Wermut in zwei Arten produziert: Der rote, süße italienische sowie der goldene, trockene französische Stil. Es lässt sich außerdem feststellen, dass der namensgebende Wermut heute nur noch sehr dosiert eingesetzt wird und stattdessen ein Meer von anderen Kräutern und Gewürzen bei der Produktion eingesetzt wird.

Zur Produktion werden die botanischen Zutaten mazeriert und der Wein dann mit Mistelle (ein Gemisch aus Traubenmost und Alkohol) gesüßt und anschließend mit Weingeist auf die gewünschte Trinkstärke aufgespritet.
Neben einigen eher neutralen Produkten gibt es auch noch Wermute die ihren weinigen Charakter klar in den Vordergrund stellen und dadurch, nicht nur bei Weinliebhabern, sehr beliebt sind. Besonders bekannt für diesen Stil ist der französische Vermouth Dolin aus dem Ort Chambéry am Fuße der Savoyer Alpen. Das Haus zeichnet sich durch viel Subtilität aus und ist dadurch sowohl als Aperitif als auch als Mixzutat äußerst beliebt.

Noilly Prat

Eine Sonderstellung unter den Wermut-Häusern nimmt der in Südfrankreich produzierte Noilly Prat ein. Dieser sehr aromatische Wermut wird aus den beiden Weißweine Clairette und Picpoul de Pinet produziert und findet sowohl in der Bar als auch in der guten Küche Verwendung.

Noilly Prat wurde 1813 von Joseph Noilly und seinem Partner Claudius Prat in Marseillan gegründet und rühmt sich damit, den ersten französischen (golden, trocken) Wermut hergestellt zu haben. Die Grundweine reifen bei Noilly Prat in Eichenfässern und werden der natürlichen mediterranen Witterung für fünf Jahre ausgesetzt um anschließend mit ca. 20 verschiedenen Kräutern und Gewürzen versetzt zu werden.

Neben dem Noilly Prat French Dry Vermouth, der vielen Barkeepern als „König der trockenen Wermute“ gilt, produziert Noilly Prat noch den Noilly Prat Rouge und den Noilly Prat Ambre. Während der rote Noilly Prat sich durch die Verwendung von Gewürze wie Chinarinde, Nelken und Zimt auszeichnet und sich bestens für Cocktails wie Negroni und Manhattan eignet, ist der Ambre eine Spezialität für sich. Dieser bernsteinfarbene Wermut war lange Zeit nur im Werksverkauf der Firma erhältlich, wurde wegen seiner Beliebtheit aber kürzlich auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Er zeichnet sich durch einen delikaten, weinigen Geschmack und eine feine Kräuternote aus und ist ein spannender Aperitif und eine geniale Mixzutat.

Wie eingangs erwähnt, ist Noilly Prat auch sehr vielseitig in der Küche einsetzbar. Gerade in der Spitzengastronomie werden viele Fischsaucen mit Noilly Prat French Dry zubereitet, da er neben den weinigen Aromen eine zusätzliche Kräuteraromatik in die Soße bringt.

 
 

Alkohol – Was ist das eigentlich?

20 Jan

Alkohol ist unser aller Freud und Leid. In Maßen genossen ist er euphorisierend, regt zu Gesprächen an und schmeckt im Idealfall einfach gut. In Massen genossen führt er jedoch neben Selbstüberschätzung, Denk- und Orientierungsstörungen auch zu einer Alkoholintoxikation, die im Volksmund als Kater den nächsten Tag verderben kann. Aber was genau hat es mit diesem chemischen Stoff auf sich?

Zuerst einmal sollte man den Begriff Alkohol genauer definieren. Hört man das Wort Alkohol, assoziiert man dieses unweigerlich mit Trinkalkohol, dem sogenannten Ethanol. Im weiteren Sinne ist damit jedoch die Stoffklasse der Alkohole gemeint. Dies sind organisch-chemische Verbindungen, die in ihrer simpelsten Form aus Wasserstoff- und Kohlenstoffatomen, die an einer funktionellen OH-Gruppe gekoppelt sind, bestehen. Für den Genießer alkoholischer Getränke sind allerdings nur der bereits erwähnte Ethanol und die bei der Destillation entstehenden Begleitalkohole (Fuselalkohole) interessant.

Ethanol

Ethanol, oder auch Ethylalkohol, ist die genießbarste Form aller Alkohole und der wichtigste berauschende Bestandteil von alkoholischen Getränken. In seiner Reinform ist Ethanol eine farb- und geruchslose, leicht entzündliche Flüssigkeit mit der Summenformel C2H6O die enormen Einfluss auf den Geschmack einer Flüssigkeit hat.

Während der größte Teil des für die Industrie (Medizin, Kosmetik) benötigten Ethanols aus einer Hydratisierung des Kohlenwasserstoffs Ethylen stammt, wird der in Bier, Wein und Spirituosen enthaltene Ethylalkohol aus der alkoholischen Gärung, also der Umwandlung von Zucker zu Alkohol durch Mikroorganismen (Hefen) gewonnen. Die Hefen nutzen diesen Stoffwechselweg zur Energiegewinnung indem sie Kohlenhydrate (in diesem Fall Frucht- bzw. Malzzucker) zu Ethanol und Kohlenstoffdioxid abbauen. Neben dem Ethanol kann auch das entstehende CO2 , z.B. im Champagner, gezielt genutzt werden.

In der Konzentration liegt das Geheimnis begründet

Durch Destillation kann das erhaltene Ethanol konzentriert werden, was die Herstellung von Weinbränden, Whisk(e)ys etc. ermöglicht. Da Ethanol ein hervorragendes Lösungsmittel ist, dient es als Träger, der in den Alkoholika enthaltenen Aromastoffe. Diese Eigenschaft wird auch von der Parfüm- und Kosmetikindustrie genutzt. Ferner erhöht Alkohol die Viskosität von Flüssigkeiten. Wein- und Spirituosenprofis machen sich dies zu Nutze, indem sie durch leichtes Schwenken des Glases die sogenannten „Kirchenfenster“, also den Film am Glas, beobachten und dadurch grob auf den Alkoholgehalt schließen können. Read the rest of this entry »

 
 

Gespritete Weine: Port und Sherry

13 Jan

Gespritete Weine, oft auch als Südweine bzw. Likörweine bezeichnet, sind Weine, bei denen der natürliche Gärprozess durch Alkoholzugabe gestoppt wird. Der ursprüngliche Gedanke des Spritens ist es, den Weinen mikrobiologische Stabilität zu verleihen und sie dadurch länger haltbar zu machen. Durch den erhöhten Alkoholgehalt des Weines (ca. 16-18%), werden die Hefen abgetötet und können den noch enthaltenden Restzucker nicht weiter umsetzten. Je früher man deshalb den Gärprozess durch das Spriten stoppt,  umso süßer ist nachher der Wein. Bei qualitativ hochwertigen Produkten wird zum Spriten ausschließlich Weingeist verwendet, obwohl Alkohol aus Zuckerrüben, Zuckerrohr und landwirtschaftlichen Nebenprodukten ebenfalls zugelassen ist.

Während Pineau des Charentes, Vins Doux Naturels und Vin Jaune in Deutschland eher ein Nischendasein fristen, begegnen uns Sherry und Portwein in vielen Bars und Restaurants. Ein guter Grund also diese beiden spannenden Vertreter der gespriteten Weine etwas näher zu betrachten:

Port bzw. auch Portwein

Die Engländer, die früher hauptsächlich französischen Wein tranken, mussten sich aufgrund eines, aus den Handelskriegen im 17. Jh. resultierenden, Importverbot von französischen Weinen nach einer Alternative umsehen. Englische Weinkaufleute zogen deshalb ins befreundete Portugal um dort nach guten Weinen für die Landsleute zu suchen. Nach anfänglichen Problemen fanden sie im Douro-Tal dunkle, strenge Rotweine, die den britischen Geschmack trafen. Durch die hohen Temperaturen und langen Transportwege kamen allerdings viele Flaschen nicht im gewünschten Zustand in England an, weshalb die Händler die Weine durch Zugabe von Brandy stabilisierten. Im Laufe der Jahre wurde diese Technik verfeinert und der Brandy bereits während der Gärung zugegeben, was einen süßen, alkoholstarken Wein ergab, der als Vorbild für den heutigen Portwein gilt. Nach dem Spriten wurde der Wein von Porto, der zweitgrößten Stadt Portugals aus verschifft, welche dem Wein auch seinen Namen gab.

Die Herstellung von Portwein

Der Begriff Portwein ist in Europa geschützt und darf nur aus Trauben hergestellt werden, die aus dem nordportugiesischen Douro-Tal stammen. Nachdem die Ernte Ende September eingefahren ist, werden die Trauben abgepresst und wie bei einem gewöhnlichen Wein zur Gärung angesetzt. Bei der Einmaischung ist allerdings darauf zu achten, dass möglichst viele Farbstoffe und Tannine extrahiert werden, da der Gärprozess bereits nach zwei bis drei Tagen durch die Zugaben von Weingeist (mind. 77%) gestoppt wird. Je nach Zeitpunkt des Spritens enthält der Wein noch mehr oder weniger Restzucker, was sich auf den Geschmack des Endproduktes auswirkt. Read the rest of this entry »

 
 

Die perfekte Hausbar Teil 3

06 Jan

Liebe Leser,

in den ersten beiden Teilen der Reihe „Die perfekte Hausbar“, beschäftigten wir uns mir der Grundausstattung und der erweiterten Ausstattung der eigenen Hausbar. In diesem dritten und abschließenden Teil geht es darum, die Ausstattung zu perfektionieren und damit auch den anspruchsvollsten Gästen gerecht zu werden.

Aber was trinkt der anspruchsvolle Gast? Eine Frage die nicht pauschal zu beantworten ist. Sie werden jedoch merken, dass Ihre Gäste neben Cocktails auch oft nach bestimmten Produkten zum pur trinken fragen. Da es Ihnen, mit den in Teil 2 vorgestellten Produkten, bereits möglich ist, nahezu jeden relevanten Cocktail zu mixen, möchten wir Ihnen in diesem Artikel interessante Spirituosen vorstellen, die von Kennern gerne bestellt werden.

Whisk(e)y

Whisk(e)y ist und bleibt eine der beliebtesten Spirituosen in Bars. In den letzten Jahren wurden Single Malt Whiskys aus Schottland immer beliebter. Dabei handelt es sich um Whiskys, die aus einer einzigen Brennerei stammen und bei denen als Getreide ausschließlich gemälzte Gerste verwendet wird. Um dieser Nachfrage gerecht zu werden, sollte eine perfekte Hausbar deshalb um eine repräsentative Auswahl an Single Malt Whiskys verfügen. Da es hunderte verschiedene Single Malts gibt, ist es oft schwer hier eine sinnvolle Auswahl zu treffen und die Sammelleidenschaft kann auch schnell zur Sucht werden. Um den meisten Ansprüchen gerecht zu werden, reicht es jedoch aus jeweils einen Whisky aus den wichtigsten Whiskyregionen Schottlands anzubieten.

Lowlands:

Die Lowlands umfassen das Gebiet von der schottischen Grenze bis zu einer gedachten Linie zwischen Edinburgh und Glasgow. Im Vergleich zu den restlichen Regionen Schottlands wird in den Lowlands meistens ungetorfte Gerste verwendet und dreifach destilliert, was zu einem hellen und sanften Whisky führt, der von der Charakteristik eher an einen Irish Whiskey erinnert. Ein gutes Beispiel für einen Lowland-Whisky ist der Auchentoshan Single Malt Whisky 12 Jahre, 1 L, 40%. Dieser dreifach destillierte Lowland Single Malt Whisky hat eine lebendige und verlockende Nase mit Pfeffer-, Zitrus und Vanillearomen. Read the rest of this entry »

 
 

Prosit Neujahr 2012

31 Dez

Verehrte Kunden, geschätzte Leser,

wir möchten uns ganz herzlich bei Ihnen für Ihre Treue im zurückliegenden Jahr bedanken.

Wir wünschen Ihnen einen guten Rutsch, sowie ein erfolgreiches, gesundes und friedvolles Jahr 2012.

Auf Ihr Wohl

Ihr Drinkology-Team

 
 

Frohe Weihnachten

24 Dez

Verehrte Kunden, geschätzte Leser,

endlich ist der Stress der Vorweihnachtszeit vorbei und der genussreichste Tag des Jahres ist gekommen.

Es ist also an der Zeit die Füße baumeln zu lassen und die stillen Tage mit Familie und Freunden zu genießen.

Wir wünschen Ihnen ein friedvolles, besinnliches und erholsames Weihnachtsfest im Kreis Ihrer Liebsten.

Ihr Drinkology-Team

 
 

Drinkology Themenreise: Deutschland

21 Dez

Selbst die schönste Reise ist irgendwann vorbei. Nach Aufenthalten in der Karibik, den USA, England, Schottland, Japan, Russland und Frankreich wird es deshalb Zeit in die Heimat zurückzukehren.  Aber da Deutschland auch ein beliebtes Urlaubsland ist, möchten wir den letzten Tag unserer Reise nutzen um uns die Spezialitäten unserer Landes etwas genauer anzuschauen.

Monkey 47 Dry Gin

Was für eine Erfolgsstory! Nach seiner Markteinführung im Mai 2010 konnte sich der Monkey 47 – Schwarzwald Dry Gin schnell internationales Renommee sichern. Doch was steckt dahinter? Der Legende nach verschlug es den englischen Diplomatensohn Montgomery “Monty” Collins nach seiner Kindheit in der britisch-englischen Provinz Madras als Mitglied der Royal Air Force nach Berlin und anschließend in den Schwarzwald. Hier eröffnete er einen Landgasthof mit dem Namen “Zum wilden Affen” – benannt nach einem von ihm adoptierten Javaneraffen aus dem Berliner Zoo.

Als Engländer wollte er natürlich nicht auf sein Lieblingsgetränk Gin verzichten und entwickelte ein Rezept mit 47 Botanicals. Bei der Auswahl der Botanicals orientierte er sich stark an seiner eigene Lebensgeschichte und kombinierte Aromen der britischen Tradition mit der Exotik Indiens und der Reinheit und Ursprünglichkeit des Schwarzwalds. Leider ging die Spur von Montgomery und damit auch die geheime Rezeptur in den sechziger Jahren verloren. Erst zur Jahrtausendwende wurde auf dem ehemaligen Landgasthof eine alte Kiste mit der Rezeptur wiederentdeckt. Die Blackforest Distillers um den Geschäftsführer Alexander Stein erkannten das Potenzial der Rezeptur und begannen mit der Destillation des ersten Schwarzwald Dry Gins.

Die 47 Botanicals die für den Monkey 47 verarbeitet werden, sind alle handverlesen und von besonderer Qualität. Ungewöhnlich für Gin ist hierbei die Verwendung von frischen Preiselbeeren, die dem Gin eine außergewöhnliche Note verleihen. Nach der Destillation reift der Monkey 47 für 100 Tage in traditionellen Steingutfässern und wird anschließend mit extrem weichem Quellwasser auf eine Trinkstärke von 47% herabgesetzt. Der Monkey 47  ist ein Gin der alten Schule mit einem ausgeprägten Körper und Aromen von Fichtennadeln, Preiselbeeren, Kräutern, florale Nuancen und natürlich Wacholder.

The Bitter Truth Golden Falernum

The Bitter Truth Golden Falernum ist ein exotischer Gewürzlikör auf der Basis von feinstem karibischem Rum. Falernum wird vorzugsweise in tropischen Drinks verwendet und klassischerweise mit Limetten, Mandeln, Nelken und Ingwer aromatisiert. Dieser Golden Falernum hat einen vollen und ausgeprägten Körper, was auf die Intensität des Rums und die unverkennbaren 18% vol. zurückzuführen ist. Am Gaumen entwickelt sich ein tolles Spiel der vorher genannten Aromen was in einem ausgeprägten Abgang mit intensiven Limettennoten endet. Dieser Falernum lässt sich sowohl pur als auch auf Eis genießen und ist die Basis für zahlreiche tropische Cocktails.

Probieren Sie beispielsweise den:

Dark & Spicy

- 4 cl dunkler Rum
- 2 cl The Bitter Truth Golden Falernum
- 1 cl Limettensaft
- Ginger Ale

Alle Zutaten in ein mit Eis gefülltes Longdrinkglas geben, mit Ginger Ale auffüllen und vorsichtig umrühren. Mit Limettenviertel garnieren.

Der The Bitter Truth Golden Falernum eignet sich ebenso in Kombination mit gereiften Spirituosen wie Whisk(e)y, Rum oder Brandy.

Slyrs Whisky Liqueur

Der idyllische Schliersee ist nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel sondern seit nunmehr 12 Jahren auch vielen Whisky-Liebhabern ein Begriff. Die exklusive Lantenhammer Destillerie produziert hier nämlich nicht nur hochwertige Obstbrände, sondern führte 1999 auch den sehr erfolgreichen Slyrs Bavarian Whisky ein. Neben dem Whisky produziert die Brennerei auch den beliebten Slyrs Malt Whisky Liqueur, welcher mit Vanille und Honig abgerundet wird.

Das Aroma ist von diesen Hauptgeschmacksgebern geprägt wird jedoch ergänzt durch Noten von Malz, Rauch und zarten Zitrusnoten. Der Likör besitzt eine samtig-cremige Textur und eignet sich pur genossen ideal für die kalten Tage!